Der Nikolaus kommt - holt die Stiefel raus Aber woher kommt er eigentlich? „Von drauß’ vom Walde komm ich her“, lässt er uns über Theodor Storms Nikolausgedicht ausrichten. Doch Wälder sind groß und schwer zu überblicken: Zeit, um Licht ins vorweihnachtliche Dickicht zu locken.
![]() Nikolaus von Myra Wälder, schwer von Frost und Schnee (hierzulande soll man sie um diese Jahreszeit ja schon gesehen haben), haben die Wege seines Namensgebers, Bischof Nikolaus von Myra, vermutlich nie erschwert. Denn der echte Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert nach Christus in Lykien, einer Region, die zur heutigen Türkei gehört. Von seinem Wirken erzählen Legenden. Das Nikolaus-Schiff Die Verehrung des Heiligen Nikolaus begann im Mittelalter. Auch das Geschenke-Verteilen im Bischofskleid nahm hier seinen Ausgang und Nikolaus wurde schließlich vor allem zum Heiligen der Kinder, der gemäß der Legende von den drei Töchtern unerkannt und heimlich Geschenke bringt. Im 15. Jahrhundert entstand der Brauch des Schiffchensetzens: Der Gabenteller, das „Nikolaus-Schiff“, wurde von den Kindern selbst gebastelt. Erst später setzten sie Strümpfe, Stiefel und anderes Schuhwerk vor die Tür oder harrten, wenn der weißbärtige Mann selbst ins Haus kam, ungeduldig seiner Gaben: Immerhin wusste der dank seines goldenen Buches über all die begangenen, kleinen Sünden erstaunlich gut Bescheid. In Gebirgsregionen wurden schließlich Krampusse zu den höllischen Begleitern des Nikolaus ernannt, um dem Zittern um Äpfel, Nüsse, Mandarinen und allerlei Schokolade noch eins drauf zu setzen. Nikolaus und Christkind Dass das Christkind dem Nikolaus in Sachen Bescherung die Hauptlast abgenommen hat, ist übrigens auf Martin Luther zurückzuführen. Da sich die Protestanten gegen jede Art von Heiligenverehrung wandten, riefen sie das Christkind ins Leben. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Christkind auch katholisch. In den Niederlanden hielt man an „Sinte Klaas“ fest. Im englischsprachigen Raum wurde aus dem Heiligen Nikolaus der Weihnachtsmann. Der kommt bekanntlich nicht vom Walde her, sondern vom Nordpol und „jettet“ in seinem Rentierschlitten um die Welt.
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