Aber sicher - mit Überzeugung ans Ziel
Aber sicher - mit Überzeugung ans Ziel
Unser Bauchgefühl fällt oft rasche Entschlüsse, für die es keine Argumente braucht. Der Verstand braucht zweifelsfrei mehr als das, um sich selbst und andere von seinen Vorhaben zu überzeugen: Mut und einen Mangel an Disziplin angesichts der Versuchung, jede Konsequenz vorhersehen zu wollen.
Aber sicher - mit Überzeugung ans Ziel
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Das Geheimnis der Aufrichtigkeit

„Kopf hoch, das wird schon wieder!“ Ein gut gemeinter Ratschlag von Freunden klingt oft lapidar und gewöhnlich. Gerade hier aber beginnt die erste Etappe eines erfolgreichen Weges zum Ziel. Eine gerade und aufrechte Körperhaltung und ein optimistisches Lächeln verraten nicht nur dem eigenen Ich, welche vielleicht noch unentdeckten Energien in ihm schlummern, sondern signalisieren auch dem Gesprächspartner, dass man/frau es ernst mit seinen Plänen meint. So entsteht eine Basis, die Vertrauen schafft, die die eigene Unsicherheit zugunsten des Redeflusses auf Sparflamme hält und den eloquenten Umgang mit Sprache fördert.
Die Anspannung sinkt, die Neugier des Zuhörers darauf, was sich der andere als nächstes vorgenommen hat, wächst. Und während Sie mitteilen, was Ihnen bezüglich einer Sache am Herzen liegt, nimmt ein Vorhaben bereits greifbare Formen an. Der Gesprächspartner rückt näher, weil er bemerkt, dass Sie keine vagen Vorstellungen von Ihrer Zukunft haben, sondern Ihre Möglichkeiten klar vor sich sehen.

Rhetorikexperten und Psychologen behaupten: Dieser Ausblick auf die Ferne hat es in sich. Wer ehrgeizig und zielsicher auftritt, Bewegung und Initiative ausdrückt und die wesentlichen Motive für sein Handeln nicht geheim hält, kann andere damit anstecken, überzeugen und selbst in fremden Menschen Wünsche wachrufen, die andernfalls unbemerkt blieben.

Der französische Dichter Antoine de Saint-Exupery hat diesen Mechanismus in einem Bild festgehalten: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Ein stures Festhalten an einem Wunsch, an einer Sache, die sich nur blind vorhersehen lässt, widerspricht allerdings jeder rationalen Vorsicht und ein Entschluss, der aus dem Bauch heraus getroffen wird, muss erst die Mühle der Vernunft durchwandern, bis wir ein Körnchen Wahrheit in ihm sehen und es wagen, ihn auszusprechen.

Von der Entschlusskraft zum Sprung ins kalte Wasser

Die Erfahrung lehrt, dass Menschen häufig sehr schnell erkennen, in welche Richtung ihre eigenen Wünsche führen. Die darauffolgenden Entschlüsse sind daher rasch gefasst, die Zukunft sieht auf den ersten Blick unmittelbar und rosig aus, als gebe es keine Hürden oder Niederlagen zu befürchten. Doch langsam und stetig mischen sich Ängste ein und die guten Gründe dafür, warum sich ein Entschluss nicht umsetzen lässt, horten sich. Selbst
Entschlüsse, die man für richtig hält, ziehen oft eine Reihe schlafloser Nächte nach sich, in denen der Verstand mit der inneren Stimme im Handel Pro und Contra vor sich wälzt und doch zu keinem Ergebnis kommt. Manchmal mag die Umsetzung eines Entschlusses
erfordern, seine möglichen unerwünschten Konsequenzen außer Acht zu lassen und mutig auszublenden, wovor es der eigenen Vorstellung graut. Je weniger belastende Gedanken man mit der Erreichung seines Ziels verbindet, desto aktiver und rascher lässt es sich verfolgen.
Die Aufmerksamkeit kommt dann den einzelnen Schritten zugute. Der Verstand beginnt, sich auf das augenblicklich Notwendige zu konzentrieren und lässt unbrauchbare Gedanken, wie etwa jene über ein mögliches Versagen, beiseite.

Ängste sind menschlich und die Frage danach, wie sich Ängste überwinden lassen, hat eine Vielzahl sozialer Rituale hervorgebracht. Ein Angstgefühl tatsächlich in den Griff zu bekommen, indem man die Gedanken auf sein augenblickliches Handeln fokussiert, hat nichts mit mangelnder Voraussicht zu tun. Unsere Angst heftet sich vor allem an die Ungewissheit, an unvorhersehbare Folgen, die sich unserer Planbarkeit entziehen, macht uns zögerlich und vorsichtig, reizbar und empfindlich. Und das auch wenn sich später eine bereits zu anfangs geahnte Gewissheit einstellen sollte: Der
Sprung ins kalte Wasser hat sich gelohnt und das Festhalten am ersehnten Ziel als richtig und klug erwiesen.

Autorin: Angelika Stallhofer

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